Kanoniere

Königlich Preußisches Infantrieregiment Nr. 1

Die Schwarze Äbtissin
Ihre Geschichte
Wenn sich vier erwachsene Männer mit handwerklichem Geschick und dem nötigen Werkzeug zusammen tun, kann eigentlich nur was Gutes bei herauskommen. In unserem Fall war es eine Vorderladerkanone im Kaliber 50, die unter unseren Händen entstand. Die ersten Gedanken fassten wir im Oktober 2000 und begannen schon bald mit deren Umsetzung. Nach reichlich 300 Arbeitsstunden, folgte am 8. September 2001, anlässlich des Neuzeller Schützenfestes, die Kanonenweihe durch den Schatzmeister des Brandenburgischen Schützenbundes Peter Heckert. Im Jahr 2002 entschieden wir uns, die Feldkanone entsprechend den historischen Vorlagen zu vervollständigen und schufen die dazugehörige Protze. So können wir das Feldgeschütz mit einem Pferdegespann bei entsprechenden festlichen Anlässen stilecht bewegen.

Daten:
3-pfünder Vorderlader-Feldkanone
Kaliber: 50 mm
Gesamtlänge des Rohres: 1480 mm
Gesamtlänge der Kanone: 2550 mm
Gesamtbreite: 1280 mm
Gesamtmasse: 430 kg
Guß des Rohres in Rudolstadt/Thüringen durch die Firma Kanonen-Zimmermann
Amtlicher Beschuß durch das Beschußamt der Waffenschmiede in Suhl/Thüringen

Die Bedienung:
  1. Kanonier Jörg Fröhlich
Feldprediger Wolfgang Fleischer
Richtschütze René Schwark
Kanonier Detlef Noack
Marketenderin Uta Kaufmann (sorgt für das leibliche Wohl der Kanoniere und Kanonenfreunde)

Historischer Hintergrund:
Der Gedanke zur Bildung einer historisch uniformierten Bedienungsmannschaft an der Kanone ergab sich aus dem geschichtsträchtigen Umfeld. Die Uniformierung und das traditionelle Geschichtsbild beruhen auf den Zeitraum ab 1740 und ist dem "königlich-preußischen Infanterie-Regiment Nr.1" entlehnt, also der Zeit des Regierungsantritts von Friedrich II. auch "Friedrich der Große" genannt.

Friedrich der Große:
1712 in Berlin geboren
Lehnte als Jugendlicher alles Soldatische ab, hatte mehr Interesse für Kunst & Literatur
1730 beugt er sich dem eisernen Willen des Vaters, nachdem dieser seinen Freund Hans Hermann von Katte, vor seinen Augen köpfen ließ
1740 Regierungsantritt nach Tod des Vaters, im Dezember folgt der erste Schlesische Krieg
Nach zahlreichen Kriegen widmete er sich seinem "ausgebluteten" Land, führte die Schulpflicht und Pressefreiheit ein
Hervorzuheben sind seine Bemühungen um die wirtschaftliche Entwicklung Preußens, vor allem der Landwirtschaft, durch große Entwicklungsprojekte zur Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen (Trockenlegung des Oderbruch) in Verbindung mit einer gezielten Ansiedlungspolitik
1786 in Potsdam gestorben

Landesmeisterschaft in Beelitz:
Im Juni 2003 hatte die "Schwarze Äbtissin", während der offenen brandenburgischen Landesmeisterschaften die Möglichkeit ihren ersten scharfen Schuss abzugeben. Mit fünf Kugeln traf sie auf der 100m entfernten Scheibe (1m Durchmesser) 24 Ringe. Damit errangen wir gegen elf weitere Kanonen dieser Klasse den dritten Platz. 2004 folgte dann der Vizelandesmeister. Doch die Krönung erlebten wir im Juni 2005. Nach dem Wettkampf in Beelitz fuhren wir als Landesmeister, zurück nach Neuzelle. Wir haben etwas erreicht und sind mächtig stolz darauf.